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Actros 2017 – 20 Jahre Edition – Leading in Road Efficiency

Fahrbericht: Der Actros 1845 mit 2. Generation Antriebsstrang im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger

  • Gemessene Verbrauchsersparnis zwischen sechs und zehn Prozent
  • Mercedes Powershift mit verfeinerter Schaltstrategie

(Daimler) Schnell lässt das Actros-Brüderpaar den Zubringer von Faro zur Autobahn A 22 hinter sich. PPC auf Standardmodus mit Hysterese -5/+4 km/h gestellt, folgt das rotweiße Duo dem Wegweiser mit der Aufschrift „España“ gen Osten und steuert dem ersten Messpunkt auf der Algarve-Autobahn entgegen: Am Kilometerstein 78 beginnen die Stoppuhren der Beifahrer zu laufen, die ab hier im Zweikilometertakt über Fahrzeit und Anzeige des Verbrauchsmessgeräts penibel Protokoll führen.

Rund 35 Mal Berg und Tal, verteilt auf exakt 200 Messkilometer: So lauten die Eckdaten der Teststrecke an der Algarve im Süden Portugals, die zwei ganz besondere Actros 1845 auf der Autobahn A22 zeitgleich unter die Räder nehmen. Ruhig geht es auf diesem relativ wenig befahrenen Kurs zu, der parallel zur Küste verläuft, die sich im Lauf des Frühjahrs zunehmend mit Touristen füllt.

Sie können es nicht ahnen, dass diese zwei Test-Lkw trotz identischer Typen­bezeichnung doch von ganz verschiedener Natur sind. Der rot lackierte 1845 steht für den technischen Stand vor Einführung der 2. Generation Antriebs­strang in den Jahren 2015 und 2016. Sein weiß lackierter Bruder dagegen ist mit allem ausgestattet, was zur sogenannten 2. Generation Antriebsstrang gehört. Und er soll jetzt beweisen, was er im Vergleich zu seinem Vorgänger besser kann.

Äußerlich sind die beiden kaum zu unterscheiden. Nur wer ganz genau hinschaut, erkennt den kleinen Unterschied bei der seitlichen Lippe des Bugspoilers. Klarer Fall: Auch noch nach 2600 Stunden, die der neue Actros vor seinem Stapellauf im Jahr 2011 im Windkanal verbracht hat, ergeben sich nach heutigem Stand der Erkenntnis immer wieder Möglichkeiten, der Aerodynamik weiter auf die Sprünge zu helfen.

Die Mehrzahl der zur 2. Generation Antriebsstrang gehörenden Maßnahmen, den Verbrauch des Actros ein weiteres Mal zu senken, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Liste dieser Verbesserungen ist lang. So tritt der Motor zum Beispiel mit reduzierter Abgasrückführungsrate generell mit höherem Wirkungsgrad an und arbeitet im unteren Bereich des Drehzahlbands kraft­voller denn je. Zudem generieren die Getriebe und Antriebsachsen weniger innere Reibung. Intelligente Nebenverbraucher wie neue Lichtmaschine und elektronisch geregelte Lenkhelfpumpe tragen zu einem gesenkten Verbrauch bei – wie auch eine verfeinerte Schaltstrategie der Powershift-Automatik.

Bis zu 6,5 Prozent Verbrauchsersparnis sind versprochen. Nun heißt es auf hügeliger Autobahn – die Topographie kommt dem in beiden Lkw verbauten vorausschauenden Tempomaten PPC (Predictive Powertrain Control) entgegen – Farbe zu bekennen. Doch schon vorher hat sich vom Start weg ein kleiner, aber feiner Unterschied zwischen dem Actros in aktueller Fasson und seinem Vorgänger gezeigt: Beim Beschleunigen nutzt der weiße Actros 1845 die niedrigen Drehzahlbereiche definitiv intensiver als der rote Actros 1845. Die vorige Technik arbeitet im Getriebe typischerweise mit den Sprüngen 2-5-8-10-11-12. Der besonders niedertourig orientierte weiße Actros mit 2. Generation Antriebsstrang arbeitet mit den Schaltsprüngen 2-5-7-9-10-11-12, um dann Gang für Gang die höchste Schaltstufe anzufahren.

Souverän meistern beide Actros das bergige Terrain bis hin zum Wendepunkt bei Tavira. 2200 Nm maximales Drehmoment, per Top Torque bei Bedarf auf den Wert von 2400 Nm erhöht, spricht für sich: Die Motoren verharren in der Drehzahlregion zwischen 1000 und 1100 U/min und bewältigen die zahl­reichen Steigungen locker im höchsten Gang. Viel Geschwindigkeitsverlust bedeutet das nicht, lässt die neue Hinterachsübersetzung von i = 2,533 den Motor bei Marschtempo 85 km/h doch nur noch mit knapp 1200 Touren pro Minute drehen.

Nur einmal wird eine Rückschaltung nötig, und es zeigt sich ein weiterer Unterschied zwischen dem Actros mit 2. Generation Antriebsstrang und dem Vorgängermodell: Im weißen, also dem aktuellen Actros, lässt PPC das Getriebe schon direkt am Fuß der Steigung in den elften Gang wechseln, während der rote Actros anders verfährt. Er geht den Anstieg im Zwölften an, um dann später in den Zehnten zu schalten. Die Nachfrage bei den Entwick­lern wird bestätigen: Es ist eines der typischen Merkmale der neuen Schalt­strategie, dass solche doppelten Gangsprünge am Berg beim aktuellen Actros gegenüber der vorigen Version deutlich reduziert sind.

Insgesamt bedeutet die Messstrecke rund 1,5 Stunden Fahrt mit weiteren fünf steigungsbedingten Schaltungen pro Lkw, bei denen sich als Unterschied zwischen dem aktuellen Actros in Weiß und dem altbekannten Probanden in Rot erkennen lässt: Generell arbeitet der aktuelle Triebstrang im Vergleich zum vorigen auf durchschnittlich niedrigerem Drehzahlniveau – zum Beispiel auch dadurch, dass er gegen Ende der Steigung merklich früher hochschaltet als sein Vorgänger. Auch nutzt er den Freilauf Ecoroll ausgiebiger. Wobei ein Blick auf die Stoppuhren zeigt, dass die Fahrleistung darunter nicht zu leiden hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist in beiden Fällen nahezu identisch.

Beide Lkw werden am Zielort mit einer am Gabelstapler montierten Kranwaage gewogen. Fix sind die Schnellverschlüsse der Tankleitungen gelöst und die Kraftstoffbehälter einer nach dem anderen in die Tragegurte der Kranwaage verfrachtet, die folgendes Ergebnis anzeigt: Um 132,7 kg Diesel ist der rote Actros gegenüber der Wägung am Morgen nach zwei Umläufen erleichtert. Beim weißen Actros mit 2. Generation Antriebsstrang sind es nur 123,2 kg.

Für die 200 km lange Messstrecke bedeutet das – nach Abgleich mit den Messprotokollen – umgerechnet einen Verbrauchsvorteil von rund sechs Prozent. 30,5 l pro 100 km stehen als Durchschnittsverbrauch für den vorigen Actros zu Buche, während es beim weißen Actros mit der Technik von heute nur 28,8 l sind, die er im Schnitt auf 100 km verbraucht.

Dass damit aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, bringt ein weiterer Tag auf Achse ans Licht. Die gleiche Testprozedur wieder­holt, aber PPC bei beiden Fahrzeugen statt auf Standard-Fahrprogramm nun auf den Eco-Modus mit seiner besonders spritsparenden Fahrstrategie gesetzt, fällt der Unterschied zwischen den Generationen noch deutlicher aus. Exakt 10,6 Prozent beträgt in diesem Fall die Verbrauchsdifferenz zwischen dem vorigen und dem heutigen Stand der Technik.

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